enthralling golden

Wie so oft spielte mal wieder der Zufall eine große Rolle in unserem Leben und wir erfüllten uns einen Kindheitswunsch. Als meine Eltern mich an meinem Geburtstag in 2001 besuchten, erzählten sie mir, dass sich mein Bruder einen Hund anschaffen möchte. Ich hatte mir eigentlich nichts weiter dabei gedacht. Als meine Eltern dann aber gegangen waren, war es das Gesprächsthema Nr. 1 bei Udo und mir. Wir hatten vorher noch nie über die Anschaffung eines Hundes gesprochen aber auf einmal kam heraus, dass es von uns beiden immer ein Kindheitstraum war, einen Hund zu haben. Aber leider ließ sich das in unserer Kindheit nicht realisieren. Also, warum nicht jetzt? Udo war selbständig, d.h. er konnte den Kleinen mit ins Büro nehmen und er war nie allein. Ich war ganztägig berufstätig, war aber dafür abends und an den Wochenenden für den Kleinen da. Über die Hunderasse waren wir uns sofort einig. Als Kinder wollten wir beide immer einen Cocker Spaniel, als aber die Golden bekannt wurden, gab es nur noch eine Rasse für uns. Ein Golden Retriever sollte es sein. Also ging ich am nächsten Tag in die Buchhandlung und kaufte ein Buch über Golden und eines über Hundehaltung. Da standen viele Dinge drin über Fell-, Ohren-, Pfotenpflege, Krankheiten, usw. und ich dachte schon: Ob wir das alles können? Aber wie heißt es so schön, man wächst mit seinen Aufgaben. Was nehmen wir: Rüde oder Hündin? Wir wussten es nicht. Wir wägten Vor- und Nachteile ab. Keine Entscheidung. Die Frage blieb erst mal ungeklärt. Bevor wir uns die Bücher anschafften, gingen wir davon aus, man sieht in der Zeitung nach Inseraten über Golden, fährt dorthin und sucht sich einen aus. Aber so war es nicht. In den Büchern wurde gewarnt vor sog. Vermehrern. dafür wurde auf den Deutschen Retriever Club bzw. Golden Retriever Club verwiesen. Dort wird nach strengen Richtlinien von liebevollen Züchtern gezüchtet, die die Welpen entsprechend prägen und die dann auch das Wesen haben, was den Golden ausmacht. Im Internet sind wir dann auf die HP vom DRC gegangen und sind ganz schnell auf die Welpenliste gekommen. Also druckte ich sie mir aus und begann zu telefonieren. Aber so einfach wie wir es uns vorgestellt hatten, war es gar nicht einen Hund zu bekommen. Viele Züchter, die ich anrief, hatten keine Welpen mehr zu vergeben. Aber sie machten mir Mut, nicht aufzugeben und weiter zu suchen und bloss nicht zu diesen sog. Vermehrern zu gehen. Aber inzwischen hatten wir uns schon so viele Infos angeeignet, dass das für uns sowieso nicht in Frage kam. Also telefonierte ich weiter. In der näheren Umgebung gab es keine Welpen mehr. Also erweiterten wir den Radius. Dann landete ich bei Fam. Gleis (Zwinger: Charming-Golden)aus der Nähe von Hildesheim bei Hannover. Frau Gleis war super nett am Telefon und teilte mir mit, sie habe noch nicht alle Welpen vergeben. Ich war glücklich! Wir mussten aber morgen zu Besuch kommen, da Kenia (die trächtige Hündin) in der kommenden Woche die Welpen erwarte. Na, klar. Wir kommen. Kein Problem. Also sind wir am nächsten Tag (es war Sonntag) nach Petze gefahren. Es liegt 345 km von unserem Wohnort entfernt. Wir waren mega aufgeregt und hatten uns schon einmal die ersten Fragen, die wir so hatten, aufgeschrieben, damit wir sie in der Aufregung nicht vergessen. Als wir ankamen, wurden wir von 5 großen weißen (bis auf Choco, die war dunkel) Golden Retrievern “überfallen”. Wir setzten uns erst mal auf den Boden und waren mit Streicheln beschäftigt. Das war unsere Welt. Genauso hatten wir uns das vorgestellt. Das wollten wir auch. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und blieben an diesem Tag 4-5 Stunden. Als wir uns verabschiedeten meinte Edi (die Züchterin), wir sollten nichts überstürzen, erst mal eine Nacht drüber schlafen und uns dann entscheiden. Aber für uns stand fest. Ein Welpe von Kenia musste es sein. Ob Hündin oder Rüde war allerdings noch immer nicht geklärt. Wir sagten dem Züchter, es sei uns egal. Sie solle entscheiden. Als wir zu Hause ankamen, waren wir Feuer und Flamme. Am nächsten Tag rief ich gleich bei Edi an und sagte ihr zu. In der selben Woche wurden dann am Freitag 8 gesunde Golden Welpen geboren. 3 Rüden und 5 Hündinnen. Wir waren überglücklich, einen würden wir bekommen. Als die Welpen 4 Wochen alt waren, besuchten wir sie. Sie waren so süß und für uns sahen alle gleich aus. Wir konnten sie nicht unterscheiden. Ich bekam das erste Mal von Josef (Züchter) einen Welpen auf den Arm. Ich war ganz unsicher und wusste nicht, wie ich ihn halten soll. Wir waren von den Welpen überwältigt. So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Wir lernten auch noch andere Welpeninteressenten kennen. Zwei Wochen später fuhren wir wieder hin. Die Welpen waren enorm gewachsen. Inzwischen stand auch fest, dass wir einen Rüden bekommen würden. Wir konnten es gar nicht abwarten. Dann fuhren wir in den Urlaub, der schon vorher gebucht war und wir konnten an nichts Anderes denken, als an unseren kleinen Welpen. Wir waren noch nie so froh, als der Urlaub endlich vorbei war. Dann kam der 29.12.2001. Der Tag an dem wir unseren neuen Mitbewohner abholen sollten. An Schlaf war in der Nacht nicht zu denken. Wir fuhren morgens um 3 Uhr los und kamen um 6 Uhr 30 beim Züchter an. Edi hatte sich Sammy-Jo aus diesem Wurf behalten, und so spielten Danny (unser Welpe) und Sammy-Jo Nachlauf im Wohnzimmer und auf der Terrasse. Wir erkannten die Welpen kaum wieder. Sie waren so gewachsen. Das war also unser Golden. Wir konnten es kaum glauben! Nachdem wir den Schriftkram erledigt, dem Kleinen ein Geschirr angezogen und noch ein Abschiedsbild “geschossen” hatten, ging es nach Hause. Danny hat die lange Fahrt super vertragen und wir mussten nicht einmal anhalten. Er blieb während der Fahrt auf meinem Schoss sitzen und schaute sich die Landschaft an. Es war ein grosses Glück, dass wir bei unserem Züchter “gelandet” sind, der uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand und immer für uns Zeit hatte. Wir haben noch immer regelmässigen Kontakt zueinander und daher ist es kein Wunder, dass wir auch unseren Parker von ihnen geholt haben. Da wir aber diesmal schon viel mehr Erfahrung mit Golden hatten und die Welpen aufwachsen sehen wollten, sind wir seit der 4. Lebenswoche jede Woche zu den Welpen gefahren und haben teilweise verlängerte Wochenenden mit den Kleinen verbracht. So haben wir uns Parker ausgesucht und sind sehr glücklich darüber. Wir haben auch zu den Besitzern von Parkers Geschwistern Kontakt und sind stets interessiert wie sie sich entwickeln. Wir können nur jedem, der sich einen Hund anschaffen möchte raten, sich die Entscheidung gründlich zu überlegen. Ein Hund braucht sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit, er kostet viel Geld und macht viel Schmutz. Mich hat mal jemand angesprochen, ob ein Hund wirklich 3x am Tag raus muss. Wenn man mit der Einstellung an die Sache ran geht, sollte man es lieber sein lassen. Man muss sich mit seinem Hund beschäftigen, mit ihm arbeiten, ihn geistig fordern. Das beansprucht sehr viel Zeit. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, bekommt man einen ausgeglichenen und zufriedenen Golden. Was gibt es Schöneres, als wenn sich die Hunde nach getaner Dummyarbeit zufrieden seufzend auf die Seite legen und einschlafen? Wenn man sich einen Hund zulegt, sollte man ihm auch ein artgerechtes Leben ermöglichen und das bedeutet, man muss sich mit ihm beschäftigen und nicht nur Gassi gehen. Wir haben unsere Entscheidung nie bereut und freuen uns jedesmal, wenn wir in die wachen Augen unserer Charming-Golden blicken. Wir haben sogar unsere Urlaubsgewohnheiten für die Hunde geändert. Bevor wir sie hatten sind wir im Sommer mit dem Zelt in den Süden gefahren. Jetzt fahren wir in ein Ferienhaus nach Dänemark und nehmen uns in den Bergen eine ausreichend große Wohnung für unsere Vierbeiner. Nachdem Udo seine Selbständigkeit aufgegeben hat und wieder im Angestelltenverhältnis ist, habe ich meinen Beruf aufgegeben, um mich um die Hunde zu kümmern. Ich genieße die Zeit, die ich mit ihnen verbringe und weiß nun, was mir gefehlt hat, als ich den ganzen Tag arbeiten ging. Für mich ist es Luxus, dass ich wann ich will, raus in die Natur gehen kann, um mich mit den Hunden zu beschäftigen. Ich habe meine Entscheidung keinen Tag bereut und hoffe, wir haben noch sehr viele schöne Jahre mit unseren beiden Golden. Das es nicht unsere letzten bleiben werden, versteht sich von selbst.